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Ausstellungen

Elisabeth Oberrauch, Naturalien Kabinett, 2011
Elisabeth Oberrauch, Motte, 2012
Elisabeth Oberrauch, Wespenrelief II, 2011

Elisabeth Oberrauch. Naturalien-Kabinett

Elisabeth Oberrauch, Gewächs, 2013


03.05.13 – 02.06.13

 

Eröffnung: Donnerstag 2. Mai um 19 Uhr

Kurator: Valerio Dehò

Es scheint, als sammle Elisabeth Oberrauch Ideen und Projekte für ein zukünftiges Museum, in welchem die Kunst ebenso Platz findet wie die wunderbare Welt des Staunens über die Natur. Mit der Schau „Naturalien-Kabinett“ gelingt ihr eine ganz besondere Ausstellung: Aus Papier, ihrem bevorzugten Werkstoff, mit dem sie weltweit Anerkennung erlangt hat, kreiert sie natürliche Objekte vom Tannenzapfen bis zur Koralle. Pflanzen und andere Lebewesen werden auf diese Weise gesammelt und in eigenen, selbst entworfenen Vitrinen ausgestellt. Das Papier, meisterhaft verarbeitet, verleiht den Formen einerseits Eleganz und Materie, andererseits eine außerordentliche Leichtigkeit. Um diese künstlerisch zu verarbeiten arbeitet Oberrauch mit einem ebensolchen natürlichen Stoff, dem Papier und formt daraus ein Paralleluniversum. Die künstlerische Nachahmung der Natur führt wieder zu dieser zurück. Sie schafft mit den Papierobjekten Arbeiten von großer Feinheit, die wie in einer Taxonomie der natürlichen Schönheit bestaunt werden können.

Insgesamt erinnert die Ausstellung von Elisabeth Oberrauch an eine Wunderkammer, an ein Naturalien-Kabinett wie wir es von verschiedenen Europäischen Höfen kennen. Aber auch an ein Museum, gegen das Vergessen errichtet, an einen Ort, an dem die vorgefundenen Formen Vorrang gegenüber der künstlerischen Aneignung dieser Wunder haben.
Der Illusionismus dieser nachahmenden Gestaltung führt zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Medium Papier und den natürlichen Objekten, die somit ins Zentrum einer neuen Kunst-Geschichte rücken. Elisabeth Oberrauchs Arbeit findet dafür einen Ausdruck, wie er in der Tradition der Aneignung der Natur durch den Menschen steht. Es ist das Künstliche im edelsten Sinn, eine Schöpfung im Spannungsfeld von Natur und Kultur, die in der Kunst ihre perfekte Synthese findet.

 

Fotos @Gerhard Watzek