Auf der Suche nach der modernen Architektur in Meran

Enrico Villani, Handelskammer, Vercelli, 1966-72. Foto: Werner Feiersinger. Detail

MeranModern 1950 – 1965

Donnerstag, 9. Juni 19.00 - 21.00 Uhr

 

Stadtführung mit der Arch. Magdalene Schmidt.
Die Epoche der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigt den Reichtum an unterschiedlichen Formen und Details in der Architektur. Sie ist gekennzeichnet in der Experimentierfreudigkeit mit den Materialien, die sich in schlanken Konstruktionen, ausschwingenden Dächern und filigranen Fensterprofilen ausdrückt. In Meran zählen dazu die Bauten von Ronca, Plattner, Gutweniger u.a., die in der Stadtführung gezeigt werden.

 

 

Dank der freundlichen Unterstützung von

VORTRÄGE IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG ITALOMODERN 1+2

Gio Ponti und Nanda Vigo, Casa Giobatta Meneguzzo "Sotto una foglia" 1964-69

Donnerstag, 21. April 2016 19.00 Uhr

Vortrag: "ANDERE HÄUSER"

Referent: Arch. und Kurator der Ausstellung Martin Feiersinger

Im Anschluss führt Martin Feiersinger durch die Ausstellung

Italomodern vereint Projekte von Neorealisten, Rationalisten, Brutalisten, Organikern sowie Einzelkämpfern und bietet damit ein weitschweifendes Panorama der oberitalienischen Architekturszene zwischen 1946 und 1976. Martin Feiersinger wird in seinem Vortrag eine sehr persönliche Auswahl „anderer Häuser“ vorstellen – von Vittorio Giorginis Erstling bis zu Nanda Vigos Kunsträumen – und am Beispiel des Bergamasker Architekten Giuseppe Pizzigoni spezifische Entwicklungsschritte aufzeigen. Darüber hinaus wird mit der Besprechung eines Hauses von Angelo Mangiarotti auch ein Einblick in die Arbeitsweise der italomodernen Bestandsaufnahmen gewährt.

Projekte von BBPR, Cappai & Mainardis, Galvagni, Gambirasio & Zenoni, Giorgini, Mangiarotti, Pizzigoni, Sottsass, Valle, Vigo.

Martin Feiersinger
geb. 1961 in Brixlegg; lebt und arbeitet in Wien 1975 – 80 HTL für Hochbau, Innsbruck 1981 – 86 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien 1987 – 89 Studium an der Rice University, Houston seit 1989 eigenes Büro in Wien. Zahlreiche Bauten u. a. 1991 – 98 Europan 2, Städtische Wohnhausanlage Colerus­ gasse, Wien; 1991 – 93 Pavillon, Wiener Neustadt (gem. mit Werner Feiersinger); 1993 – 98 Kindertagesheim und Elternberatungsstelle Grosserweg, Wien; 2000 – 03 Haus Bogner, Brixlegg; 2002 – 05 Wohnungen und Bauernhof „Brizerhaus“, Ramsau; 2005 – 12 Blockhaus Monika Scheitnagl, Fügen; seit 2006 Wohnhausanlage Kudlich­ straße, St. Pölten (3. Bauabschnitt im Bau); 2010 – 14 Haus Walter Bliem, Ramsau; 2013 – 14 Wagrambühne, Königsbrunn am Wagram (gem. mit Werner Feiersinger)  

Kirche der Carabinieri am Ritten, 1975

Freitag, 20. Mai 2016 19.00 Uhr
Vortrag: "ARCHITEKTUR ALS PLASTISCHER AUSDRUCK"

Referent: Arch. Antonio Macconi

Antonio Macconi wurde 1934 in Mezzolombardo als jüngstes von acht Kindern geboren. Seine Familie stammt aus Bergamo und war nach dem Ersten Weltkrieg ins Trentino emigriert. Macconi hat in Bozen die Geometerschule besucht und ab 1954 am Politecnico von Turin studiert. Ebendort schloss er sein Studium mit einer Doktorarbeit bei Carlo Mollino, der den Lehrstuhl für Komposition inne hatte, ab. In den 1950er und 1960er Jahren etablierte sich Turin durch Protagonisten wie Mollino, Mario Merz, Giovanni Astengo, Ottorino Aloisio, Giovanni Pennone und Gabetti & Isola zu einem bedeutenden Zentrum italienischer Avantgardetendenzen.
Nach einigen Jahren freiberuflicher Tätigkeit in einer Turiner Bürogemeinschaft, übersiedelte Macconi 1964 nach Bozen. Bozen bot dem jungen Architekten damals eine Reihe von beruflichen Möglichkeiten. In Bozen hat sich Macconi in der Folge hauptsächlich mit Ein- und Mehrfamilienwohnungsbau sowie  Parzellierungen beschäftigt.
Macconi hat sich schon immer sehr für Kunst interessiert, in der Architektur galt seine Leidenschaft einer sehr plastischen Formensprache. Seine Vorbilder sind unter anderem die Spätwerke von Le Corbusier, Louis I. Kahn, Kenzo Tange und Daniel Libeskind. Unter den italienischen Kollegen sind es vor allem jenen des Florentiner Architekten Leonardo Savioli und Gianleo Salviotti aus Trient. Darüberhinaus alle, denen es gelingt, die einfache rationalitische Architektursprache zu überwinden - was unverzichtbar ist - und eine architektonische Form zu erreichen, die einer abstrakten Skulptur gleich kommt. Zwei Formulierungen charakterisieren Macconis Werk sehr treffend:
• “In der Kunst ist die Vorstellung von schön nie definitiv” und
• “Architektur ist defintiv nichts anderes als eine Skulptur mit Abflüssen”
Macconis Arbeiten zeichnet neben ihrer ausgeprägten Plastizität das Interesse an neuen Baustoffen und ungewöhnlichen Formen aus.