Und die Welt ist zum Monde gelaufen...

Franz Josef Noflaner, O. T. 1969, WV 105

Mittwoch, 15.Februar, 20.00 Uhr

Themenabend Franz Josef Noflaner (1904–1989)

Die zweibändige Werkausgabe über Dichtung, Malerei und Zeichnung, von Franz Josef Noflaner die gerade im Haymon Verlag in Innsbruck erschienen ist, vermittelt einen Zugang zu einem künstlerischen Gesamtwerk, das einzigartig ist in der Vernetzung von Bildern der Poesie und Malerei. Es stellt uns heute bohrende Fragen in Bezug auf die Relevanz des Bildhaften als Werkzeug einer gedanklichen Bewältigung der Lebenswelt. Die verspätete Rezeption dieses Werkes – Jahrzehnte nach seiner Entstehung – und der dezidierte Abstand zu den bekannten Ismen des 20. Jahrhunderts macht uns zweifeln an den allgemein gültigen Kategorien und Autoritäten. Es führt uns die Blindheit und Anmaßung seiner Zeit vor Augen und eröffnet uns stumme Wahrheiten in einem zeitlosen Gewand. Welches sind die Schlüsse, die wir daraus ziehen?

Eine Einführung von Markus Klammer, ein Gespräch mit Christiane Rekade und Texte, gelesen von Luis Benedikter

In Zusammenarbeit mit Bücherwürmer Lana

Von Markus Klammer - Haymon Verlag ISBN 978-3-7099-7246-5

Franz Josef Noflaner

Franz Josef Noflaner, 1904 in St. Ulrich geboren und 1989 in Brixen gestorben, hinterließ nach einem Leben handwerklicher Erwerbstätigkeit in Gröden einen außergewöhnlichen und provokanten künstlerischen Nachlass. Mit seinem schriftstellerischen Werk erweist er sich als ein eigenwilliger Hüter des abendländischen Erbes, abseits der literarischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Sein malerisches und zeichnerisches Werk dagegen liefert obsessive Bilder einer intensiven Realitätserfahrung und ein anschauliches Statement gegen den falschen Fortschritt der Zeit. Im Eigenverlag publizierte er "Gebundene Ehren" (1956), "Kristall und Sonnenlicht" (1957), "Die gefräßige Straße" (1960) und "Antennen wie Schwingungen" (1969). Die bei Haymon 2016 erscheinende zweibändige Werkausgabe eröffnet erstmals einen Zugang zu seinem Gesamtwerk.