kunst Meran|o arte

Ausstellungen

Bilder

Runo Lagomarsino: Sea Grammar, 2015. Courtesy the artist, Nils Staerk, Copenhagen, Mendes Wood DM, São Paulo and Francesca Minini, Milano.
François-Xavier Gbré, Otto Huber. Stadtarchiv Meran, 2017. Courtesy the artist
Sonia Leimer, Video still from Pink Lady, 2017. Courtesy the artist
Renato Leotta. Research Images. 2017. Courtesy the artist

Wer ist noch österreichisch?

FORST Beer is exported to Egypt in the Thirties

Eröffnung: 28.4.2017
Dauer der Ausstellung: 29.4. – 9.7.2017
Kurator: Luigi Fassi

KünstlerInnen: Nicolò Degiorgis, Francois-Xavier Gbrè, Runo Lagomarsino, Sonia Leimer, Renato Leotta.

Anlässlich der Feierlichkeiten zur 700-jährigen Verleihung der Stadtordnung an Meran, hinterfragen 5 Künstler die historischen und sozialen Veränderungen dieser Südtiroler Stadt.

Der Ausstellungstitel nimmt Bezug auf einen Artikel in der Tiroler Soldaten Zeitung vom 20. August 1916. Die Redaktion befand sich in Bozen und veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel „Bin ich ein Österreicher?”. Autor des Beitrages ist der Chefredakteur der Zeitung, Unterleutnant Robert Musil. Von welcher Nationalität ist hier die Rede?

„Bin ich ein Österreicher, wenn ich in Wien, Graz, Triest oder Trient heimatsberechtigt bin?” „Überflüssige Frage,” wird man mir antworten, „selbstverständlich bist Du ein Österreicher!” Und doch ist diese Frage gar nicht unberechtigt […]. Frage nur einen Bauern in Galizien, einen Schuster in Krain, einen Advokaten in Böhmen, einen Lehrer in Wien, einen Geistlichen in Nordtirol und einen Richter in Südtirol, was sie sind. Du bekommst ganz sicher die Antwort: ein Pole, ein Slowene oder vielleicht ein Krainer, ein Deutschböhme oder ein Tscheche, ein Niederösterreicher oder allenfalls ein Deutschösterreicher, ein Tiroler, ein Italiener. Kein einziger wird auf Deine so einfache Frage ebenso einfach antworten: „Ich bin ein Österreicher!“

Das Ausstellungsprojekt nimmt auf diese Zeilen Musils Bezug und versucht 100 Jahre nach dem Erscheinen des Beitrages Geschichten, Fragen und Interpretat¬ionen aufzuwerfen, die mit historischen und sozialen Veränderungen in Meran in Zusammenhang stehen. Man könnte in Musils Text auch “österreichisch” durch “europäisch” ersetzen. Just in einer Zeit, in der sich der europäische Gedanke in einer schweren Krise befindet, versucht „Wer ist noch Öster¬reichisch?” das Erbe und die multikulturelle Geschichte Merans aufzugreifen und daraus eine umfassende Reflexion der gegenwärtigen Situation entstehen zu lassen.