Design from the Alps. Tirol Südtirol Trentino 1920-2020
Alle Ausstellungen11.10 – 12.1.2020
Mit Werken von
Carlo Abarth, Reinhold Adolf, Aero Caproni, Aero Caproni CCC, Aeromere, Aicad Lizard, Amaro Alpino, Monica Armani, Augusta, Luciano Baldessari, Baldessari & Baldessari, Othmar Barth, Franz Bauman, Patrizia Bertolini, Bivacco fisso Apollonio, Walter Bosse, Broschek, Gianni Caproni, Jasmine Castagnaro, Christian Bartenbach, William D’Alessandro, Debiasi Sandri, Ellinor Delugan / Hirschfeld, Fortunato Depero, Marco Dessì, DMAA (Delugan Meissl Associated Architects), Dante Donegani, Durst, Eisenkeil, Johann Emo Enrich, Ewo, Joachim Falser, Robert Fliri, Forst, Hans Fritz, Frumat, Martino Gamper, Sergio Giovanazzi, Erich Gottein, Matthias Gruber, Anton Hofer, Clemens Holzmeister, Hussl, Peter Huta, Oliver Irschitz, Marcello Jori, Georg Juen, Moritz Kessler, Kneissl, La Sportiva, Lama Bolzano, Lancia Viberti Iveco, Laverda, Leitner, Giovanni Lorenzi, Lupo Burtscher, Maia (Modello Avanzato di Intelligenza Artificiale), Nina Mair, Mariano Dallapè, Sebastian Mariner, Wenter Marini, Giancarlo Maroni, Miki Martinek, Maurizio Martinelli, Luca Martorano, Viktor Matic, Siegfried Mazagg, Angiolo Mazzoni, MM Design, Dario Montagni, Oswald Oberhuber, Officine Brevetti Radi, Helmuth Ohnmacht, Liviana Osti, Paganella, Michelangelo Perghem Gelmi, Arrigo Perini, Gianni Pettena, Walter Pichler, Plank, Reinhard Plank, Gino Pollini, Matthias Pötz, Wilhelm Nicolaus Prachensky, Kuno Prey, Prinoth, Rolf Eugen Rehfeld, Riedel, Armando Ronca, Rossin, Rotaliana, Roy Ski, Salewa, Sarner, Scac, Schneider Rappel, Riccardo Schweizer, Guido Segalla, Sevi , Danilo Silvestrin, Benno Simma, Francesco Sommacal, Ettore Sottsass jr., Ettore Sottsass sr., Star T, Robert Maria Stieg, Wilhelm Stigler, Erwin Stricker, Stubai, Swarovsky , Swarovsky Optik, Techno Alpin, Harry Thaler, Thun, Matteo Thun, Sebastiano Tonelli, Tyrolit, Unda, UpSens, Lois Welzenbacher, Wetscher, Hans Peter Zangerl, Marco Zanini, Christian Zanzotti, Zilla, Josef Zotti, Zuegg
Kuratiert von
Claudio Larcher, Massimo Martignoni, Ursula Schnitzer
DESIGN FROM THE ALPS erzählt das faszinierende Abenteuer des Designs in einer alpinen Region, die eine natürliche Brücke zwischen Nord- und Südeuropa ist und sich durch ihre überraschende Aufnahmefähigkeit für die fortschrittlichsten Strömungen der Moderne auszeichnet. Die geografische Lage im Zentrum eines einzigartigen Kreuzungspunktes, der München mit Venedig und Wien mit Mailand verbindet, hat in vielerlei Hinsicht das Profil des Designs im 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit geprägt. In diesem Sinne ist die Region Tirol, Südtirol und Trentino zu einem unerwarteten Labor für technisch-formale Erkundungen und Innovationen geworden.
Minutiöse historische Recherchen und umfangreiche archivalische und dokumentarische Stichproben (im Werk der jeweiligen Hauptakteure, in Firmenarchiven, in öffentlichen und Privatsammlungen) haben es ermöglicht, für DESIGN FROM THE ALPS eine Werkschau mit weit über 100 Exponaten zusammenzustellen. Das Spektrum reicht von Einrichtungsgegenständen, Fotokameras über Modelle in der Luftfahrt-, Automobil- und Motorradindustrie bis hin zu Industriedesign, Spielzeug und Sportausrüstung.
Von 1919 bis 1945, dem ersten Zeitabschnitt den DESIGN FROM THE ALPS untersucht, sind die herausragenden Merkmale: die Anklänge an die Secession, Experimente im Zeichen des Secondo Futurismo, Bezüge zu den avantgardistischen Strömungen des Bauhaus und Rationalismus sowie die Genialität vieler verkannter Designer, die unter dem Einfluss des „Genius Loci“ groß wurden, indem sie sich Anregungen aus der Natur der Region mit seiner traditionsreichen Architektur, Landwirtschaft und Kunsthandwerk holten und diese unter neuen Vorzeichen weiterentwickelten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sich die Fähigkeit der Region, mit dem internationalen technischen Fortschritt Schritt zu halten, vor allem in den Bereichen Nahrungsmittelindustrie, mechanische Konstruktion und Seilbahnbau wider. Ab den 1960er-Jahren treibt die Idee des Austauschs und der Gegenüberstellung die örtlichen Designer an, die ihre je eigene kreative Ausrichtung in den großen europäischen Zentren des Designs zu finden wissen. Die Gegenwart ist durch ungebrochene, geschärfte Visionen, die Globalisierung und zugleich die Wiederentdeckung örtlicher Traditionen als fruchtbares, belebendes Element geprägt. Dieses reichhaltige Geflecht bildet das vielstimmige Narrativ von DESIGN FROM THE ALPS.
Hauptakteure, bedeutende Nebenakteure, wiedergefundene Akteure, Entdeckungen und Überraschungen – DESIGN FROM THE ALPS erzählt von der kollektiven Arbeit, die manchmal parallel lief, manchmal nicht, der vielen Akteure, die mit ihren Werken und Erkundungen das weite Spektrum an Projekten ausmachen. Zu den renommiertesten Namen zählen Fortunato Depero, der von seiner „operativen Basis“ in Rovereto aus die gesamte italienische Szene erneuerte, Anton Hofer, Student von Kolo Moser in Wien und spezialisiert auf Textilien und Mobiliar. Daran schließt sich eine ansehnliche Gruppe von Architekten und Planern an, die in der Zeit nach 1918 tätig war, darunter einige auf höchstem Niveau, von Luciano Baldessari über Adalberto Libera und Gino Pollini hin zu Lois Welzenbacher und Clemens Holzmeister, Franz Baumann und Siegfried Mazagg. Ettore Sottsass Senior und Junior bilden als Familienduo einen ungewöhnlichen Einzelfall, wobei der Werdegang von Ettore Sottsass jr., der in Innsbruck geboren wurde, in Trient aufwuchs und in Mailand arbeitete, als typisch für alle in der Region geborenen Planer gelten kann.
Im Verlauf der letzten Jahrzehnte bis heute reihen sich die Namen dicht aneinander, von Dario Montagni und Othmar Barth über Gianni Pettena, Matteo Thun, Marco Zanini, Benno Simma, Baldessari e Baldessari, Kuno Prey und Dante Donegani bis hin zu den jüngsten wichtigen Stimmen des zeitgenössischen Designs wie Martino Gamper, der als gebürtiger Meraner international tätig ist.
Das sind nur einige der bedeutendsten Namen, denn die eigentliche Überraschung von DESIGN FROM THE ALPS ist das Gesamtspektrum aller Designer, einschließlich derer, die ganz dem Produktionsalltag entsprechend anonym blieben.



