HELEN MIRRA Gehen, weben

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22.7 – 24.9.2017

Anmeldung

Helen Mirra, 12 July Lana - Vigiljoch, 2017. Courtesy the artist. Installation view Kunst Meran Merano Arte, 2017. Foto Ivo Corrà
Helen Mirra, Walking Commas, 3 October, Cortina, 2013. Courtesy the artist. Installation view Kunst Meran Merano Arte, 2017. Foto Ivo Corrà
Helen Mirra, Standard Incomparable. Courtesy the artist. Installation view Kunst Meran Merano Arte, 2017. Foto Ivo Corrà

Mit Werken von
Helen Mirra

Kuratiert von
Christiane Rekade

Vom 22. Juli bis 24. September zeigt Kunst Meran eine Doppelausstellung der amerikanischen Künstlerin Helen Mirra (*1970 in Rochester, New York, lebt in Nord Kalifornien) und des in Bozen geborenen Gianni Pettena (*1940, lebt in Florenz).

In ihren unterschiedlichen Schaffen verbindet die beiden Künstler ihre stete Auseinandersetzung mit der Landschaft, unseren Bewegungen in derselben und unserem Verhältnis zur Natur. Beide Ausstellungen schaffen zudem eine Verbindung zwischen den Landschaften in den Vereinigten Staaten und im Südtirol, Orte, die sie beide persönlich geprägt und erfahren haben.

Helen Mirras künstlerische Praxis basiert meist auf Spaziergängen oder mehrwöchigen Wanderungen, die die Künstlerin unternimmt. Ihre Erfahrungen, Eindrücke, aber auch Fundstücke der Reisen transformiert Mirra in Werke: minimalistische Objekte und Skulpturen, Fotografien, Textfragmente, oder – wie in ihrer jüngsten Produktion häufig Webereien. 

Kunst Meran hat Helen Mirra eingeladen, einen Monat in Meran zu verbringen und ein Projekt zu entwickeln. Das Ausstellungsprojekt hat Mirra mit einer mehrtägigen Wanderung begonnen: Am 16. Juni eröffnete die Künstlerin eine Einzelausstellung in der Galerie Andriesse Eyck in Amsterdam. Von dort legt sie am nächsten Tag – teils zu Fuss teils mit dem Zug – die Strecke nach Meran zurück. Ob sie zu Fuss geht oder den Zug nimmt, entscheidet sie jeden Tag neu durch den Wurf einer Münze. Mit diesem Vorgehen bezieht sich Mirra u.a. auf die Arbeiten Variable Works (In Progress), 1970 des amerikanischen Konzeptkünstler Douglas Huebler und Marcheur de Kassel (1972) des polnischen Künstlers Andre Cadere. Die Dokumentation dieser Reise wird Eingang in die Ausstellung finden.

In Meran selber wird Helen Mirra weitere Spaziergänge und Wanderungen im Südtirol unternehmen und eine neue Serie von Webstücken produzieren, die sowohl in der präzisen Wahl des Materials als auch in der Form-und Farbgebung in engem Bezug zur Region stehen. Den “Meraner Webstücken” stellt Mirra eine Gruppe von Webstücken aus Nord Kalifornien gegenüber – jene Gegend in die die Künstlerin im vergangenen Jahr umgezogen ist. Die Webstücke sind reduzierte, konzentrierte Farb- und Form Kompositionen, verdichtete Erfahrungen einer Landschaft. Material und Struktur betonen die Dreidimensionalität und Objekthaftigkeit der Webstücke.

Neben den eigenen Arbeiten zeigt Mirra ihre Sammlung Standard Incomparable  (2016/2017) – eine Sammlung von Webstücken, die in der ganzen Welt, von verschiedenen Personen nach den immer gleichen, von Helen Mirra definierten Parametern gewoben wurde. 2016 startete Mirra einen internationalen Aufruf an professionelle und HobbyweberInnen, dieser “Enzyklopädie” ein Webstück beizusteuern. Da der erste Aufruf nicht ins italienische übersetzt wurde, fehlten Webstücke aus Italien. Gemeinsam mit Kunst Meran hat nun Helen Mirra einen zweiten Aufruf geschaltet, der sich explizit an Weberinnen und Weber aus Italien wendete.