Menschenbilder

Das über mehrere Jahre angedachte Projekt "MenschenBilder" greift das Thema der plastischen Darstellung eines Menschen auf, erweitert jedoch diesen Begriff hin zur freien Interpretation
mit den Ausdrucksmitteln der zeitgenösschischer Kunst.

MenschenBilder 2025

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Herta Wolf Torggler (Kunst Meran)
Künstler: Sophie Eymond
Persönlichkeit: Artur Eisenkeil
Ort: Passerpromenade, 39012 Meran
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich

Mit der Büste wird einem der prägendsten Unternehmer Südtirols gedacht: Artur Eisenkeil war Betreiber namhafter Meraner Hotels wie dem Marlinger Hof, dem Meranerhof und dem Palace Hotel, Präsident der Südtiroler Hoteliersvereinigung (HGV) sowie Gründer innovativer Unternehmen wie dem Lichtstudio Eisenkeil in Marling und der international renommierten Designfirma Flos.

Die Veranstaltung wird vom noch amtierenden Bürgermeister Dario Dal Medico, der noch amtierenden Vizebürgermeisterin Katharina Zeller und dem HGV-Präsidenten Manfred Pinzger begleitet.

Die Büste wurde von der Pariser Künstlerin Sophie Eymond gestaltet, die im Auftrag des Kurators Arnold Mario Dall’O und der Projektleiterin Herta Wolf Torggler das Wesen des visionären Unternehmers in einer lebendigen Bronzeplastik eingefangen hat. Sie ist Teil der Reihe MenschenBilder, die mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Meran, der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Raiffeisenkasse Meran und nun auch des HGV an der unteren Passerpromenade entsteht. Die Skulpturen ehren Persönlichkeiten, die Meran kulturell, wirtschaftlich oder gesellschaftlich geprägt haben.

Das Projekt MenschenBilder geht auf eine Initiative der damaligen Stadträtin für Wirtschaft und Tourismus, Gabriela Strohmer, und der damaligen Abteilungsleiterin für Kultur und Stadtmarketing, Barbara Nesticò, im Jahr 2015 zurück. Als Erinnerungsstützen gedacht, machen die Plastiken auf Menschen aufmerksam, die in kultureller und politischer Hinsicht impulsgebend für die Stadt Meran und die Umgebung waren.  Im Jahr 2022 wurde das Projekt auf Initiative von Vizebürgermeisterin Katharina Zeller wieder aufgenommen und neu belebt. Die Realisierung erfolgte durch die von Franz Pichler gestaltete Büste zu Evelyn Ortner.. Jedes Werk dieser Reihe ist einer herausragenden Persönlichkeit gewidmet und wurde von renommierten internationalen und lokalen Künstler*innen gestaltet.

Artur Eisenkeil (1931-2005)

auf der Töll im Gasthof Felberwirt, Sohn von Artur und Wilhelmine Eisenkeil geboren. 1955 heiratete er die Gastwirtstochter Waltraud Waldner aus Marling. Gleich darauf erfolgte der Umbau des Gasthauses zum neuen Piccolo Hotel Marlingerhof, der sehr erfolgreich von Traudl geführt wurde. In den Aufbaujahren des Tourismus entstand die Idee selbst Leuchten anzufertigen. 1957 erfolgt die Firmengründung der Leuchtenfabik Lichtstudio Eisenkeil in Marling. Die Produktion der Designlampen Cocoon mit Achille und Pier Giacomo Castiglioni, Marcel Breuer u.a. beginnt. Anfang der 1970er Jahre erwarb er die ersten Aktien des Hotel Palace, in Meran. 1974 erfolgte nach großem Umbau die Neu- Eröffnung unter der Geschäftsführung Eisenkeil. 1973–1988 Präsident der Volksbank Meran, Mitbegründer und Präsident des HGV 1979-1989.

Sophie Eymond

wurde 1991 in Frankreich geboren, sie studierte an der Ecole Buolle in Paris und an der professionellen Kunstschule in St. Ulrich und arbeitete im Atelier von Yorhan Lebovici und Patrick Blanchard. Sie lebt zwischen Lyon und Gröden. Sophie Eymond beschreibt ihre Poetik mit diesen Worten: „Meiner Arbeit liegt ein Paradoxon zugrunde, das die Dualität des Seins durch mehrdeutige Gefühle zum Ausdruck bringt, die einander gegenüberstehen und die menschliche Komplexität offenbaren. Ich möchte, dass meine Skulpturen und Installationen gleichzeitig Melancholie, Traurigkeit, Schmerz und sichtbare Zerbrechlichkeit, aber auch Freude, Süße und Staunen ausdrücken …“

MenschenBilder 2022

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Herta Wolf Torggler (Kunst Meran)
Künstler: Franz Pichler 
Persönlichkeit: Evelyn Ortner 
Ort: Passerpromenade, 39012 Meran
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich

Nach mehrjähriger Pause wurde die Freilicht-Galerie wiederbelebt und es konnte der Meraner Künstler Franz Pichler für die Realisierung der in Meran lebenden und aus Vorarlberg stammenden Evelyn Ortner (1944-1997) gewonnen werden. Evelyn Ortner gehört als Gründerin und Leiterin des Frauenmuseums in Meran zu den herausragenden Meraner Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die das gesellschaftliche Leben der Stadt intensiv geprägt haben. Durch die Gründung ebendieses Museums fand weibliche, aber auch geschlechtsübergreifende Erfahrung und das damit zusammenhängende Wissen einen geschützten Ort in Meran. Ortners Tätigkeit ist dadurch in das kollektive Gedächtnis der Stadt eingegangen.

Das Porträt von Evelyn Ortner erscheint, trotz seiner figurativen Ausführung, nicht als Abbild der 1997 Verstorbenen, sondern wird wegen seines leicht abstrahierten Anklangs zu einer Metapher ihrer schillernden Persönlichkeit. Die auf dem ersten Blick als Herz anmutende Form, gestaltet sich erst bei längerer Betrachtung zu einem Paar roter Schuhe. Franz Pichler, langjähriger Freund von Evelyn Ortner, setzt dabei ganz bewusst Ortners gemeinhin bekannte Leidenschaft für das Sammeln extravaganter Damenschuhe in Beziehung zu der 2009 in Ciudad Juárez (Mexiko) entstandenen Aktion der „Zapatos Rojos“. Diese Aktion findet weltweit oft parallel zum Tag der Frau, am 8. März, statt. Das Positionieren vieler hunderter roter Damenschuhe auf Straßen und Plätzen steht dabei nicht nur für die Präsenz des weiblichen Geschlechts im öffentlichen Raum, sondern ist ein visueller Aufruf gegen die vielen Misshandlungen von Frauen und häufigen Femiziden im Kontext von patriarchal ausgerichteten Gesellschaften. Pichler verbindet so auf ausdruckstarke Weise Ortners Vorliebe für Schuhe und ihre wichtige Arbeit für das Frausein mit einem hochdiffizilen gesellschaftlichen Thema.

Die Wahl Franz Pichlers für die künstlerische Umsetzung der Porträtbüste beruht auf seiner hervorragenden bildhauerischen Leistung wie auch auf seiner langjährigen Freundschaft mit Evelyn Ortner, die es ihm erlaubt hat, ein intimes Bild der Verstorbenen in Form einer Plastik zu zeichnen.

 

Informationen zur porträtierten Persönlichkeit und zum Künstler

Evelyn Ortner (1944-1997) war eine leidenschaftliche Sammlerin, die es früh verstand, dass Kleidungsstücke die Rolle von Frauen und ihr Leben in den verschiedenen Epochen für die nachfolgenden Generationen nachvollziehbar erläutern können.

Nachdem Evelyn Ortner Ende der 1980er Jahre den ersten südtiroler Second-Hand-Shop mit Namen „Petersilie“ in Meran eröffnet hatte, beschloss sie 1988 ihre Privatsammlung als „Museum für Kleid und Tand“ im Laubenhaus Nr. 68 auszustellen. 1993 gründete sie den Verein „Frauenmuseum – Die Frau im Wandel der Zeit“ und wurde dessen Geschäftsführerin. Sie prägte das Meraner Kulturleben auch durch ihr Engagement im Rahmen des „Kleinen Kunstpalastes“ stark. 1997 verstarb sie im Alter von erst 52 Jahren.

Das MenschenBild von Evelyn Ortner wurde realisiert von Franz Pichler

Franz Pichler (1939) wurde in Schenna geboren und studierte ab 1959 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er in die Meisterklasse aufgenommen wurde und sein Studium 1964 mit Diplom abschloss. Seit über 60 Jahren arbeitet Franz Pichler an seinem umfassenden und vielfältigen bildhauerischen und grafischen Werk. Seine Plastiken sind von einer großen formalen Kraft und von darstellender Qualität gekennzeichnet, zeugen aber auch stets vom gesellschaftspolitischen Engagement des Künstlers.

2014 organisierte Kunst Meran eine umfangreiche Einzelausstellung zum Werk von Franz Pichler. Das MenschenBild „Ohne Titel“ (2022) ist die erste öffentliche Auftragsarbeit des Künstlers.

MenschenBilder 2017

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Herta Wolf Torggler (Kunst Meran)
Künstler*innen: Sissi (Danila Olivieri), Mimmo Paladino, Michael Fliri,Francis Uprichard,
Persönlichkeiten: Bruno Jori, Franz J. Lenhart, Natalia Pravosudovič, Gina Thusek Klaber
Ort: Passerpromenade, 39012 Meran
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich

Auch im dritten Jahr war es möglich, renommierte Bildhauer für das Projekt zu begeistern. Die Persönlichkeiten, die nun stellvertretend für viele Meraner an der Passerpromenade geehrt werden, wurden über eine Volksbefragung und mit Beschluss der Gemeine festgelegt. Die Kuratoren hat sich, sobald die Persönlichkeiten feststanden, auf den Weg gemacht, die entsprechenden Künstler und Künstlerinnen einzuladen. Alle Künstler haben positiv auf diese Einladung reagiert und so waren im August bereits alle Negativ-Modelle beim Bronze-Gießer in Verona.

Sissi (Danila Olivieri), ist eine Künstlerin, die in Bologna und London arbeitet.
Sie hat die Büste für den Regisseur und Experimentalfilmer  gestaltet. Jori hat als Autodidakt viele Kursfilme und Spielfilme gedreht und 1966 den Beginn der RAI Bozen mitgestaltet.
Mimmo Paladino ist der wichtigste Vertreter der Transavanguardia, einer italienischen Stilrichtung, die von Achille Bonito Oliva in den 60er Jahren betreut wurde. Er hat die Bronze von Franz J. Lenhart gestaltet. Lenhart war österreichischer Abstammung. Er kam 1922 nach Meran. Beruflich hat er sich vor allem mit Werbegrafik beschäftigt.
Der Künstler Michael Fliri, ein Südtiroler, der zur Zeit in Wien arbeitet, war von der Persönlichkeit Natalia Pravosudovič angetan. Die Russische Komponistin und Schönbergschülerin kam 1933 zur Kur nach Meran und ist bis zu ihrem Lebensende dort verblieben.
Das Schicksal von Gina Thusek Klaber ähnelt jenem der Russin. Thusek konnte als Saatenlose nicht mehr über die Grenze der Tschechoslovakei und so blieb auch sie bis zu ihrem Tod in Meran. Francis Uprichard, eine Neuseeländische Bildhauerin, die in London lebt, mit Bezug zu Meran, hat ihre Bronze gestaltet.


Arnold M. Dall’O schließt das Projekt mit einer kleinen Broschüre ab, mit Fotos der Büsten von Ulrich Egger (Fotograf und Künstler) und Texten unterschiedlicher Autoren:
Bianca Marabini Zoeggeler (Natalia Pravosudovič), Rosanna Pruccoli (Bruno Jori), Karin Dalla Torre (Gina Thusek Klaber) und Patrick Gasser (Franz Lenhart).

MenschenBilder 2016

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Herta Wolf Torggler (Kunst Meran)
Künstler*innen: Tony Cragg, Wil-ma Kammerer, Walter Moroder 
Persönlichkeiten: Silvius Magnago, Piero Richard, Rina Riva
Ort: Passerpromenade, 39012 Meran
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich

Erneut haben drei zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler die Herausforderung angenommen, für das Projekt MenschenBilder verdienten Meraner Persönlichkeiten mit ihrer künstlerischen Handschrift ein Denkmal zu setzen.

Der britische Künstler Tony Cragg konzipierte für den Politiker und Vater der Südtirol-Autonomie Silvius Magnago (1914-2010) eine Erinnerungsbüste aus Bronze. Das plastische Porträt von Piero Richard (1899-1967), Unternehmer und Förderer des Pferderennplatzes in Meran, wurde von der Südtiroler Künstlerin Wil-ma Kammerer in Edelstahl umgesetzt. Für ein MenschenBild von Rina Riva (1922-2010), Künstlerin und Meisterin der experimentellen Druckgrafik, konnte der Grödner Bildhauer Walter Moroder gewonnen werden. Das Projekt MenschenBilder entlang der Passerpromenade – einem grünen und stillen Teil Merans – soll eine Galerie unter freiem Himmel gesäumt von diesen Skulpturen werden. Es ist als eine wachsende Freilicht-Galerie für die Meraner Bürgerinnen und Bürger sowie für die Gäste der Stadt angelegt.

Jede Gemeinschaft wird geprägt von Menschen, die mit ihrer Persönlichkeit dazu beitragen, dass diese kulturell gestärkt und intellektuell bereichert wird.
Die Erinnerung an Menschen, die einer Gesellschaft in besonderer Weise Impulse gegeben haben, ist in einer Zeit zunehmender Individualisierung besonders wertvoll. Das Projekt MenschenBilder greift das Thema der plastischen Darstellung eines Menschen auf, erweitert jedoch diesen Begriff hin zur freien Interpretation mit den Ausdrucksmitteln der zeitgenössischen Kunst. Diese Arbeiten sind Erinnerungsstützen und Sinnbild für Menschen und brechen bewusst mit der klassischen Abbildung von Persönlichkeiten.

Die MenschenBilder sollen Meran langfristig bereichern, Impulsgeber sein und Erinnerungslücken schließen. Darüber hinaus möchten sie für kommende Generationen ein Ansporn sein, Meran und seine Umgebung als kulturellen Schmelztiegel wahrzunehmen und weiter zu entwickeln. Kunst nimmt in diesem Kontext den Stellenwert der Bewahrung des regionalen kulturellen Gedächtnisses ein.

Die drei neuen Büsten erweitern die Freilicht-Galerie, die im April 2015 mit den MenschenBildern von Emma Hellenstainer, Franz Kafka und Antonio Manfredi eröffnet wurde. Stephan Balkenhol porträtierte Emma Hellenstainer, die Tourismus-Pionierin für Meran und ganz Südtirol. Urs Lüthi modellierte zu Ehren des Schriftstellers Franz Kafkas ein kafkaeskes Selbstportrait in einem Zustand der Verwandlung. Kafka hatte sich 1920 wegen eines Lungenleidens einige Wochen in Meran aufgehalten. Der Grödner Bildhauer Aron Demetz hat dem Dichter, Maler und Wahl-Meraner Antonio Manfredi in weißem Marmor ein Denkmal gesetzt.
Vier weitere Skulpturen sollen die Freilicht-Galerie in den kommenden Jahren komplettieren.

Zu den neuen MenschenBildern erscheint ein kleines Begleitbuch mit Texten von Philipp Achammer (Silvius Magnano), Rosanna Pruccoli (Piero Richard) und Enzo Di Martino (Rina Riva). 

MenschenBilder 2015

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Herta Wolf Torggler (Kunst Meran)
Künstler*innen: Stefan Balkenhol, Aron Demetz, Urs Lüthi
Persönlichkeiten: Emma Hellensteiner, Antonio Manfredi, Franz Kafka
Ort: Passerpromenade, 39012 Meran
Öffnungszeiten: ganzjährig zugänglich

Das über mehrere Jahre angedachte Projekt MenschenBilder greift das Thema der plastischen Darstellung eines Menschen auf, erweitert jedoch diesen Begriff hin zur freien Interpretation
mit den Ausdrucksmitteln der zeitgenösschischer Kunst. Diese Arbeiten werden Erinnerungs(doppel)punkt, ein Sinnbild für Menschen und brechen bewusst mit der klassischen Abbildung von Persöhnlichkeiten.
Das Projekt "MenschenBilder" entlang der Passerpromenade – einem intimen, grünen und stillen Teil Merans – soll eine Galerie unter freiem Himmel gesäumt von diesen Erinnerungspunkten werden.
Gemeinsam mit verschiedenen Institutionen der Stadt Meran wurden die ersten drei Persölichkeiten ausgewählt.

Es handelt sich dabei um:
Emma Hellensteiner (1817–1904), Pionierin des Tiroler Hotelwesens
Antonio Manfredi (1912–2001), Dichter und Maler
Franz Kafka (1883–1924), Schriftsteller

Für die Verwirklichung dieser ersten MenschenBilder konnten drei Künstler gewonnen werden:
Stefan Balkenhol (D) – Hellenstainer
Aron Demetz (I) – Manfredi
Urs Lüthi (CH) – Kafka

Das Projekt MenschenBilder soll Meran langfristig bereichern, Impulsgeber sein, Erinnerungslücken schließen.
Darüberhinaus möchte es für kommende Generationen ein Ansporn sein, Meran und seine Umgebung als kulturellen Schmelztiegel wahrzunehmen und weiter zu entwickeln. Kunst nimmt in diesem Kontext den Stellenwert der Wahrung des regionalen kulturellen Gedächtnisses ein.

Idee und Konzept: Arnold Mario Dall’O
Koordination: Kunst Meran (Herta Torggler)
Im Auftrag der Gemeinde Meran