MenschenBilder 2026

6.5.2026 11.30 Uhr –

Eröffnung: Datum/Uhrzeit

Elisabeth Hölzl, „Das Herz, das ich meine, ist die Luftwurzel im Auge ... „. Hommage an Anita Pichler (detail), 2026. Courtesy the artist


Zwei neue Skulpturen für die Freiluftgalerie an der Passerpromenade

Kunst Meran lädt in Zusammenarbeit mit der Stadt Meran herzlich zur Präsentation der beiden neuen MenschenBilder ein, die am Mittwoch, den 6. Mai, um 11.30 Uhr an der Passerpro-menade in Meran stattfindet.

Das über mehrere Jahre hinweg entwickelte Projekt wurde ins Leben gerufen, um an Frauen und Männer zu erinnern, die die kulturelle und politische Geschichte von Meran und seiner Umgebung nachhaltig geprägt haben. Es greift das Thema der plastischen Darstellung der menschlichen Figur auf und interpretiert es neu durch die Sprachen der zeitgenössischen Kunst.

Die beiden neuen Werke, die die Freiluftgalerie von Meran bereichern werden, sind:
„Ohne Titel“, Hommage an Aliza Mandel von Marianne Vitale und „Das Herz, das ich mei-ne, ist die Luftwurzel im Auge...“, Hommage an Anita Pichler von Elisabeth Hölzl.

Dieses neue Kapitel des Projekts, das im Zeichen der weiblichen Kreativität steht, untermauert einen Weg, der von der Vielfalt und Komplexität des kulturellen, literarischen, wissenschaftli-chen und zivilen Lebens der Region erzählt und dabei den Schwerpunkt insbesondere auf die – oft marginalisierte – Rolle weiblicher Persönlichkeiten legt.

Aliza Mandel (1927–2007), eine in der damaligen Tschechoslowakei geborene Künstlerin, die bis 1939 in Meran aufwuchs, führte ein Leben, das von Exil und ständigen Ortswechseln zwi-schen Europa, Israel und den Vereinigten Staaten geprägt war. Sie war auch als Kulturförderin tätig und gründete in New York mehrere Zentren, die sich dem Dialog zwischen Kunst und Spi-ritualität widmeten. Nach ihrer Rückkehr nach Meran im Jahr 1986 vertiefte sie ihre Verbindun-gen zum lokalen kulturellen Umfeld. Ihr Werk spiegelt eine Verflechtung von biografischer Erfahrung und innerer Suche wider und hinterlässt ein bedeutendes Vermächtnis in der Kunstszene der Stadt. Ihr zu Ehren entsteht das Werk „Ohne Titel“ von Marianne Vitale, einer in New York tätigen US-amerikanischen Künstlerin, deren skulpturale Arbeit industrielle Materialien und architektonische Formen nutzt, um über Landschaft, Erinnerung und Transformation zu reflektieren.  

Anita Pichler (1948–1997), eine in Meran geborene Schriftstellerin, war eine der prägenden Stimmen der zeitgenössischen Südtiroler Literatur und gehörte zu den ersten, die über die loka-len Grenzen hinaus Anerkennung fanden. Nach einer Ausbildung in Triest, Venedig und Prag lebte sie in Berlin, Wien, erneut in Venedig und in den letzten Jahren ihres Lebens in Bozen. Als Autorin grundlegender Werke wie „Haga Zussa“ und „Die Frauen aus Fanis“ entwickelte sie einen intensiven und präzisen Schreibstil, der sich durch eine starke Aufmerksamkeit für Spra-che und Erzählrhythmus auszeichnet. Die Meraner Künstlerin Elisabeth Hölzl – seit den 1990er Jahren im Bereich Skulpturen und Installationen im minimalistischen Stil tätig und Auto-rin mehrjähriger Fotoprojekte – würdigt sie, indem sie sich von einer Passage aus ihrem letzten Werk „Beider Augen Blick“ inspirieren lässt.

Zu diesem Anlass erschien eine neue Publikation der Reihe, die neben den aktuellen Beiträgen auch die beiden früheren Figuren umfasst: jene für Evelyn Ortner und Artur Eisenkeil, realisiert 2022 von Franz Pichler und 2025 von Sophie Eymond.

Das Buch enthält Biografien der vier Persönlichkeiten, verfasst von Sabine Gruber und Re-nate Mumelter (Anita Pichler); Max Carbone (Aliza Mandel); Manfred Pinzger und Marti-na Oberprantacher (Artur Eisenkeil); Sissi Prader (Evelyn Ortner).