Vom 24. April bis zum 9. Mai ist der italienisch-dominikanische Künstler Raziel Perin (geb. 1992 in Hato Mayor del Rey) zu Gast im Kunsthaus.
Während seines Aufenthalts in Meran beschäftigt sich Perin mit Recherchen zu dem performativen, politischen und theoretischen Projekt Vitruvian Man (Concerning Black Masculinity), das verschiedene Reisen zu spirituellen Gemeinschaften der afrikanischen Diaspora sowie internationale Residenzen umfasst.
Das Projekt untersucht die Darstellung von Männlichkeit als soziales Konstrukt, das von kolonialem Erbe geprägt ist, und nutzt dabei den Körper als rituellen Raum und kritisches Instrument. Indem es Formen toxischer Männlichkeit hinterfragt, stellt es den männlichen Körper als Instrument der Heilung und Resonanz neu dar.
Der Titel setzt sich kritisch mit dem Ideal des vitruvianischen Menschen von Leonardo da Vinci auseinander. Dem gegenüber steht die komplexe Realität schwarzer Männlichkeiten, die unter anderem von historischen Erfahrungen, Traumata und emotionaler Verletzlichkeit geprägt ist. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie der schwarze Körper durch den „weißen Blick“ wahrgenommen wird. Perins künstlerische Arbeit ist seit vielen Jahren interdisziplinär. Sie geht von seiner Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln in der Diaspora aus und bezieht sich auf afro-karibische Traditionen sowie religiösen Synkretismus. Diese Einflüsse zeigen sich in Werken, in denen unterschiedliche Materialien und Bedeutungen miteinander verbunden werden, etwa organische Stoffe wie Maniok zusammen mit symbolischen und rituellen Elementen. Ergänzend dazu bezieht sich seine Arbeit auf das Zuhören des Körpers sowie musikalische Einflüsse wie den brasilianischen Perkussionisten Naná Vasconcelos, wobei der Körper als Mittel für Ausdruck und Erkenntnis verstanden wird.
Am Samstag, den 9. Mai, ab 16.30 Uhr, stellt der Künstler seine Arbeit im Rahmen eines Open Studios der Öffentlichkeit vor, im Dialog mit Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi, den Kurator*innen der Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Kunsthaus. Im Sparkassensaal wird der Künstler eine Umgebung mit einigen Ergebnissen seiner Forschungen gestalten und seinen Ansatz mit allen Interessierten teilen, wobei er das Publikum in einen offenen Austausch einbezieht.
Das Forschungsprojekt wird von der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des Kulturministeriums im Rahmen des Programms „Italian Council“ unterstützt, das der internationalen Förderung der italienischen zeitgenössischen Kunst gewidmet ist. Neben dem Kunsthaus sind weitere internationale Institutionen an dem Projekt beteiligt, darunter die Howard University (Washington D.C.), Stichting CORPO (Rotterdam), das Wereld Museum (Amsterdam) und The Recovery Plan / Black History Month Florence (Florenz).
Im Anschluss, um 18 Uhr, besteht die Möglichkeit, an einer Führung mit Simone Frangi und Lucrezia Cippitelli durch die Ausstellung René Francisco. Cómplice teilzunehmen.
Das Open Studio und die Führung finden in italienischer Sprache statt, auf Wunsch kann auch Englisch gesprochen werden.
Programm
Samstag, 9. Mai, Kunsthaus
• 16.30 Uhr: OPEN STUDIO mit Raziel Perin, im Gespräch mit Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi (Sparkassensaal)
• 18.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung René Francisco. Cómplice mit Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi
kostenfreie Teilnahme
